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Kroatien

Segeln im Inselparadies

Dalmatien hat eine zerklüftete Küstenlandschaft. Man zählt über 900 Inseln, Holmen, Klippen und Felsen. Was aber macht die Attraktivität dieser Region aus? Zugegebenermaßen, die meist unbewohnten, spärlich bewachsenen, nahezu baumfreien Inseln sehen mit ihrem kargen Charme etwas eintönig aus, aber das Segelrevier ist phantastisch. Es gibt reichlich Häfen und Ankerplätze, der Wellengang ist im Vergleich zum offenen Meer mäßig, aber die seglerischen Ansprüche durchaus hoch, da die Winde hinsichtlich Intensität und Richtung wechseln. Um in den engen Gewässern zwischen den Inseln unter Segeln ans Ziel zu kommen sind i.d.R. reichlich Manöver, sprich Wenden und Halsen erforderlich, was die Segelfreude maximiert. Wer es eilig hat, muss den Dieselmotor anwerfen.Wir waren für unser Leser eine Woche lang vor Kroatien, der beliebtesten Segelregion in Europa, unterwegs. Ulrich Clef setzte für Reisegenuss die Segel.

Ein idealer Startpunkt für einen Segeltörn in Kroatien ist Šibenik, das seinen Ursprung in der Antike hat und eine knappe Autostunde von den Flughäfen Zadar sowie Split entfernt liegt. Ideal deshalb, weil das 50.000-Einwohner-Städtchen das Tor zu einem Archipel mit rund 150 Inseln ist, unweit der Inselwelt der Kornaten liegt, mehrere Charter-Anbieter mit einer Vielzahl an Booten in verschiedenen Größen- und Preisklassen beherbergt und reichlich Infrastruktur bietet. Der Hafen selbst ist funktional, die Altstadt mit alten, venetianischen Gassen, Kathedrale, vier Festungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert, die einst als Schutz gegen die Osmanen errichtet wurden, und einladenden Restaurants auf jeden Fall einen Landgang wert.

So unterschiedlich wie die Häfen und die Boote sind auch die Interessen bzw. Ansprüche der Urlauber:

  • sportliches Segeln, wohin der Wind einen treibt
  • laissez-faire, relaxen und schwimmen
  • strikt eine Route verfolgen
  • Party mit den Kumpels

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Nächte zu stoppen: im voll ausgestatteten Yachthafen, am Steg liegend vor einer der zahlreichen nur im Sommer bewohnten Inseln mit ihren Konobas (Restaurants) sowie in ruhigen Buchten an Boyen oder ankernd.

Ein lohnenswertes Ziel ist die Lopatica Bucht mit der Konoba Beban. Eine kleine, einsame Bucht, glasklares Wasser, nur ein Anleger für rund zehn Boote, frisch gefangener Fisch als Dinner – so stellen wir uns den Start in den Segelurlaub vor! Wer den kleinen Berg hochwandert, wird mit einem grandiosen Panorama der Kornaten mit knapp 90 Inselchen und einem atmosphärischen Sonnenuntergang belohnt.

Besonders romantisch ist das Ankern oder – die entspanntere Alternative – das Festmachen an einer Boje in einer der zahlreichen Buchten, wie der ruhigen Borovnjaci Zaljev („Pinienbucht“) an der kleinen Insel Kakan mit gerade mal rund einem Dutzend Bojen. Mit dem Schlauchboot geht‘s zum Ufer. Dort den Hügel hinauf durch einen Olivenhain zur einfachen Konoba, die passenderweise Sedmo Nebo (Restaurant „Der siebte Himmel“) heißt und neben guten kroatischen Weinen, leckerem Bier vom Fass feinen fangfrischen Fisch auftischt.

Selbstverständlich lassen sich auch größere Yachthäfen für die Nacht ansteuern. Dort findet sich generell eine gute Infrastruktur mit Läden und sanitären Anlagen. Nach ein paar Tagen auf dem Boot mit Mini-Brause oder Baden im Meer fühlt man sich nach einer ausgiebigen Dusche an Land wie neu geboren.

Einen Stop wert ist der Ort Murter auf der gleichnamigen Insel. Er hat einen schönen Ortskern mit netten Bars, Cafés und Restaurants. Serviert werden frisch gefangene Brasse, Dorade, Petersfisch und gelegentlich Thunfisch. Auch Lamm und Rind sind, wie nahezu überall in Kroatien, von vorzüglicher Qualität. Ein Spaziergang entland des Ufers oder auf den zentralen Hügel, von dem sich ein guter Ausblick auf die vorgelagerte Inselwelt eröffnet, lohnt. Die Marina Hramina in Murter mit einen sehr großen Angebot an Charteryachten ist ebenfalls ein guter Ausgangspunkt für einen Kroatien-Törn.

Eine ganz andere Welt eröffnet sich nach einer einstündigen Fahrt unter Motor von Šibenik flussaufwärts Richtung Nordosten durch den Krka, vorbei an zahlreichen Austern- und Muschel-Farmen. Die Mischung aus Süß- und Salzwasser und die nur leichten Gezeiten bieten ideale Zuchtbedingungen. Für die Yacht-Urlauber gibt es Austern und Muscheln zum Probieren auf dem Steg oder „to go“. – Also nicht vergessen, einen prickelnden Wein einzupacken...

Die Fahrt geht vorbei durch eine abwechslungsreiche Landschaft zum gemütlichen Ort Skradin. Dank überschaubarem Hafen, netten Ortskern mit mehreren Restaurants und herrlicher Natur drumherum ist Skradin ebenfalls ein interessanter Ausgangspunkt für das Chartern einer Yacht.

Für Segelboote und größere Yachten ist in Skradin erst einmal Schluss: Landeinwärts auf dem Krka geht es zum gleichnamigen Nationalpark nur noch mit einem Ausflugsboot. Ein Weg, der sich lohnt: Der mehrere hundert Meter über mehrere Felsvorsprünge führende Wasserfall Skradinski Buk ist umgeben von üppigen Grün. Durch den vor allem in der Hauptsaison sehr gut besuchten Park führen einige idyllische Wanderwege. Wir entschließen uns, zurück zu unserer Yacht eine knappe Stunde zu wandern und auf das Ausflugsboot mit den Tagestouristen zu verzichten. Nach einer Woche auf See ist fester Boden unter den Füßen auch ganz angenehm...

Infos:
Die Charter einer Yacht ist direkt ab Šibenik / Marina Mandalina möglich. Zum Beispiel aus der Flotte des Anbieters NCP in Šibenik, buchbar über Master Yachting: www.master-yachting.de. Anreise nach Šibenik über die Flughäfen Zadar oder Split (jeweils etwa knapp eine Stunde mit PKW entfernt). Die Preise variieren je nach Ansprüchen, Bootsgröße, Bootsalter, Saison und Region.
Charteryachten sollten maximal zehn Jahre alt und gut gepflegt sein. Der Zustand lässt sich jedoch bei einer Buchung via Internet nicht zweifelsfrei feststellen. Daher sollte man nur bei einem vertrauensvollen Anbieter buchen. Pro  Person muss man für eine Woche Segeln durchschnittlich um die 850 Euro alles inklusive (ohne Anreise) kalkulieren, wenn man sich eine Kabine (wie links im Bild) zu zweit teilt. Das ist ein sehr grober Richtwert, der stark variieren kann.
Eine einige Jahre alte Segelyacht mit ca. 40 Fuß für vier bis sechs Gäste kostet in der Nebensaison ab rund 1800 Euro / 50 Fuß für max. acht Gäste ab ca. 3000 Euro, ein Katamaran jeweils etwa 25% bis 40% mehr. In der Hochsaison liegen die Preise generell bis zu doppelt so hoch. Jeweils zuzüglich Liegeplatzgebühren etc.und ggf. Honorar für den Skipper.

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Impressionen vom Segeln in Kroatien    
Mit einem Klick auf die Bilder vergrößern sie sich. (c) alle Bilder: U. Clef

Segeln in Kroatien
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