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WINELANDS: FRANSCHOEK, PAARL & STELLENBOSCH

Von der Sonne verwöhnt

Nomen est omen: In Südafrika gibt es etwa 800 Weingüter, die meisten davon in den Winelands. Die Vielfalt der Rebsorten und Qualitäten ist nahezu grenzenlos, ebenso das Urlaubsvergnügen.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Region nahe Kapstadt von Siedlern aus Europa erschlossen. Die Weinanbaugebiete reichen inzwischen bis weit ins Landersinnere sowie in die weiter entfernten Küstenregionen: Swartland im Westen, Worcester und Robertson im Norden, sowie Elgin, Overberg und das Klein Karoo weiter östlich. Über zehn verschiedene Wine Routes führen zu den Weingütern. Das größte Angebot an Farmen liegen weiterhin im Zentrum der Winelands, also rund um Franschhoek, Paarl, Somerset West und Stellenbosch. Tastings und Wine Tours sind auf den führenden Weingütern längst keine kleinen, gemütlichen Events mehr, sondern finden häufige für Dutzende Touristen (oder mehr) statt. Da lohnt sich auch einmal ein Blick auf kleinere oder abgelegenere Weingüter.

Stellenbosch — inmitten der Winelands

Südafrikas zweitälteste Stadt liegt nur rund 50 Kilometer von Cape Town entfernt und ist in ihrer burischen Tradition ein starker Kontrast zum englisch geprägten Kapstadt. Nicht nur die zahlreichen Touristen, auch Studierende aus dem ganzen Land prägen heute das Stadtbild. Die renommierte Stellenbosch University, die leider in früheren Zeiten eine Kaderschmiede der Apartheid war, ist heute in vielen wissenschaftlichen Disziplinen top. Wissenschaftler aus aller Welt forschen und unterrichten hier. Ein Spaziergang durch den Stadtkern zeigt den Reichtum Stellenboschs und ihrer Bewohner, die im vergangenen Jahrhundert nicht nur vom Weinbau profitierten.

Stellenboschs alte Weinberge liegen an den Hängen des Simonsbergs und der Helderberge, sie sind alle Richtung Westen gerichtet. Das bedeutet Hitze und lange Sonnenstunden am Abend – ideale Voraussetzungen für wunderbare Rotweine. Auch der Pinotage, der typische südafrikanische Rote, fühlt sich hier wohl. Bis Stellenbosch reicht die Meeresbrise und der „South Easter“ (Wind) kühlt die hohen Sommertemperaturen etwas ab, was perfekt für Weißweine – vor allem Chardonnay – ist.

Dutzende Weingüter lohnen einen Besuch, nicht nur wegen der vorzüglichen Weine, sondern auch weil sie wunderbar anzuschauen sind – egal ob im modernen oder im historischem, kap-holländischen Stil erbaut.

50 Jahre Cap Classique

Wein wird in Südafrika seit mehr als 360 Jahren angebaut, Cap Classique, so heißt hier der flaschenvergorene Schaumwein, seit genau einem halben Jahrhundert. Alles begann mit dem legendären Winzer Frans Malan aus Stellenbosch, der 1968 die Champagne in Frankreich besuchte und beschloss, seinem Wein durch die uralte klassische Methode der Champagne einen neuen Glanz zu verleihen. Malan, Besitzer des Simonsig Estate in Stellenbosch, besorgte sich nach seiner Rückkehr eine rudimentäre Ausrüstung, baute seine eigenen Rüttelpulte und stellte aus der Simonsig-Ernte von 1971 im Alleingang einen natürlichen, flaschenvergorenen Schaumwein her.

Dieser erste Cap Classique – Champagner durfte er aufgrund seiner Herkunft ja nicht genannt werden – der 1973 von Simonsig unter dem Namen Kaapse Vonkel (Cape Sparkle) auf den Markt gebracht wurde, war der Auslöser für eine Bewegung, der sich bis heute über 250 Erzeuger angeschlossen haben, die mehr als zehn Millionen Flaschen pro Jahr produzieren. Ursprünglich auf Chenin Blanc basierend, wird der Großteil der heutigen Cap Classiques aus den klassischen Sorten hergestellt: Chardonnay, Pinot Noir und zum Teil auch Pinot Meunier. Von den kalkhaltigen Böden von Robertson über die Berge von Stellenbosch bis hin zu den kühlen, maritimen Regionen von Elgin und Hemel-en-Aarde bieten die Weine von Cap Classique eine verlockende Bandbreite an Terroir-Ausdrücken. Der erste südafrikanische Cap Classique, der sich sowohl auf den Stil der Champagne als auch auf traditionelle Rebsorten konzentrierte, kam dann von Achim von Arnim, den wir und seine Weine in der Print-Ausgabe und im Reisegenuss eMag umfassend vostellen.

Franschhoek, die französische Ecke

Dieser außergewöhnliche Ort – sein Name bedeutet französisches Eck – wurde 1685 von 300 Hugenotten gegründet, die wegen ihrer protestantsichen Religion emigrieren mussten. Ursprünglich hieß die Region aufgrund der zahlreichen Elefanten, die hier lebten, Olifants Hoek. Die Siedler brachten einiges an Know-how auf die Weinfarmen. Noch heute zeugen zahlreiche Bauten, die Namen vieler Weingüter, das Hugenottendenkmal und das lokale Museum von einer bewegten Vergangenheit.

Franschhoek liegt in einem malerischen Tal umgeben von den bis zu 2000 Meter hohen Wemmershoek Montains, den Franschhoek Mountains und dem Groot Drakensteinberg. Das Klima im Sommer mit heißen Tagen und kühlen Nächten sorgt für chraktervolle Weine. Franschhoek hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem attraktiven Urlaubsort und zu einem beliebten Wochenendziel für Kapstädter entwickelt. Es gibt unzählige Guest Houses und Restaurants, Cafés und Galerien. Das Hugenottendenkmal am Ortsausgang ist den kulturellen Einflüssen der Hugenotten gewidmet.

Weine aus Franschhoek – auch hier liegen viele wunderschöne Weingüter – haben ganz unterschiedliche Charaktäre. Der Ort liegt höher als die anderen, im Winter – Juli und August – ist es relativ kalt und auf den Bergen liegt Schnee, im Sommer ist es oft recht heiß. Die länger der Sonne zugewandte Seite des Tals ist perfekt für Rotweine, die kühlere Seite für Weißweine.
Unbedingt zu empfehlen ist eine Fahrt den Franschhoek Pass hinauf,  vorbei am Weingut Haute Cabriere. Über diesen rund 700 Meter hohen Pass wanderten vor Jahrhunderten die Elefanten ins Tal. Auf der gesamten Strecke bieten sich wunderschöne Panoramen. Und auf der anderen Seite gelangen Sie in eine komplett andere Welt mit dem Theewaterskloof Dam, einem riesigen Wasserreservoir.

Paarl, die geschäftige Stadt

Paarl beeindruckt durch einige historische Häuser und eine elf Kilometer lange, von Eichen gesäumte Hauptstraße. Der Ort ist die Geburtsstätte des Afrikaans und das Afrikaanse Taalmonument ist der Sprache gewidmet. Es befindet sich auf einem Hügel oberhalb der Stadt und offeriert schöne Panoramen. Erbaut 1975, erinnert es an das Jahrhundert des Afrikaans.

Paarl – und ebenso Wellington – liegen im Vergleich zu Stellenbosch weiter landeinwärts, daher weht hier nur selten der starke South Easter und die Luft ist im Sommer heißer als in anderen Regionen. Das Resultat sind eher schwere Rot- und Weißweine.

Golfen in den Weinbergen

Der beliebteste unter den sieben Golfplätzen der Region ist der Stellenbosch Golf Club. Hier spielen zu fairen Greenfees auch viele Einheimische und Stammgäste. Auch Devonvale sowie die gerade bei Touristen beliebten Kleine Zalze und Erinvale sind einen Besuch wert. Der anspruchsvollste und teuerste Platz der Winelands liegt bei Paarl: Pearl Valley wurde von Jack Nicklaus designed. Mehr über die Golfplätze in den Winelands: ► Klick hier!

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Impressionen aus den Winelands

Mit einem Klick auf das jeweilige Bild vergrößert es sich. (c) für alle Fotos: U.Clef

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