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Rovos Rail - Nostalgie und Luxus auf Schienen

|   Übersee

Rohan Vos ist der Gründer und Eigentümer von Rovos Rail – dem luxuriösesten Zug der Welt, wie er nachdrücklich anhand von verschiedensten Daten nachweisen kann: Kabinengröße, Lounges, Speisewagen und mehr. Gerade mal maximal 72 Gäste passen in den bis zu 500 Meter langen Zug.

Rohan Vos
Rohan Vos

Obwohl Südafrika die Pandemie augenscheinlich vergleichsweise gut im Griff hat, verirren sich seit März 2020 kaum ausländische Touristen nach Südafrika. Statt durchschnittlich über 20 Touren pro Monat fährt der Rovos Rail nach einem totalen Lockdown wesentlich seltener auf seinen Routen. Die Hoffnung ist groß, dass im Laufe des Jahres 2022 wieder weitgehend „Normalbetrieb“ sein kann.

Die Erfolgsstory von Rovos Rail begann mit dem Ende der Apartheid 1994, denn ab diesem Zeitpunkt mauserte sich Südafrika zum beliebten Urlaubsziel vor allem für Europäer. Deutsche, Briten und Amerikaner sind die überwiegenden Kunden von Rovos Rail, denn das nostalgische Vergnügen hat seinen Preis. Heute durchqueren 18 eigene Lokomotiven und 130 Luxuswaggons das südliche Afrika. Eine Reise mit Rovos Rail oder dem Schwesterunternehmen Shongololo Express, das Rohan Vos 2015 übernahm, ist gediegener Luxus für die Gäste, aber stets ein Abenteuer für den Veranstalter. Egal ob die enorme Bürokratie afrikanischer Länder, die maroden Gleise in Simbabwe oder der fast schon alltägliche Kabeldiebstahl in Südafrika und die damit verbundenen tage-, wochen- oder monatelangen Streckenschließungen und Umleitungen, - jede Reise ist eine neue organisatorische Herausforderung. Gerade auf der Hauptstrecke zwischen Kapstadt und Johannesburg hat der Diebstahl von Oberleitungen und sonstigen Kabeln überhandgenommen. Als 2021 wieder einmal die komplette Bahnstrecke vor den Toren Kapstadts wegen Kabeldiebstahl tagelang lahmgelegt war, schickte man kurzerhand Busse, die die letzten gut 22 Kilometer zum Zielbahnhof übernahmen. Glücklicherweise sind im Fahrplan für solche Überraschungen immer zeitliche Puffer eingebaut und das Team ist vorbereitet.

Unternehmensgründer und Inhaber Rohan Vos leitet sein Unternehmen weiterhin mit demselben Engagement und Herzblut wie beim Start vor gut drei Jahrzehnten. Der inzwischen 74-Jährige ist sich sicher, auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie wird er meistern. „Glücklicherweise habe ich keine Anteilseigner, die in den vergangenen Jahren Gewinnausschüttungen haben wollten. So konnte ich in den letzten Jahren etwas Geld für schlechte Zeiten zurücklegen, das reicht um die Züge zu erhalten und zumindest die Hälfte der über 400 Mitarbeiter weiter zu zahlen oder zu unterstützen.“

Zwei hintereinander gespannte Lokomotiven mit je 2300 PS sind erforderlich, um den rund einen halben Kilometer langen Zug durch die Bergwelt zu ziehen. Dazu kommen ein Kesselwagen mit Diesel, ein Wagen mit Generatoren zur Stromerzeugung, ein Wagen mit Vorräten, insbesondere Trinkwasser und Lebensmittel, und ein Wagen für die knapp 30 Mitarbeiter im Zug. Erst dann folgen die Lounge-Waggons, zwei Speisewagen und die zwanzig Wohn-Schlafwagen mit jeweils nur zwei, drei oder fünf Abteilen. Am Zugende befindet sich ein besonderes Highlight, der Aussichtswagen: Eine Bar, gemütliche Polster, große Fenster und die offene Aussichtsplattform sind ein besonders beliebter Treffpunkt für die Reisenden.

Die Reiserouten des Rovos Rail sind sorgfältig entlang der Sehenswürdigkeiten des südlichen Afrikas ausgewählt. Viele der Strecken wurden bereits um die vorletzte Jahrhundertwende von den Kolonialmächten gebaut. Ein Teil dieser Strecken wurde dann im 20. Jahrhundert zerstört oder nicht mehr benötigt. Einige dieser Strecken hat wurden wiederbelebt, auch dank Rovan Vos und seinen Zügen. Mit maximal 70 Kilometer pro Stunde, in entlegenen Gegenenden manchmal auch nur im Schritttempo, geht es durch‘s Land.

Rovos Rail offeriert sogenannte Kurzreisen mit zwei oder drei Übernachtungen zwischen Kapstadt und Pretoria sowie zwischen Pretoria und Durban bzw. den Victoria Falls (jeweils one way), die auch kombiniert werden können. Lange Touren gehen u.a. nach Namibia und Tansania (acht bzw. 15 Tage). Für Golfer gibt es eine hochinteressante „Golf-Safari“ zu einigen der spannendsten Golfplätze Südafrikas.

Der vor sechs Jahren übernommene Shongololo Express lässt sich noch mehr Zeit und bietet 12- bis 15-tägige Entdeckungsreisen durch Südafrika, eSwatini, Namibia, Simbabwe und Mosambik mit einer Vielzahl von Ausflügen. Man verbringt wesentlich mehr Zeit außerhalb des Zugs und sieht somit noch mehr von Land und Leuten. Die klassischen, holzgetäfelten Waggons, die 72 Gäste in zwei Kategorien beherbergen, sind modernisiert und komfortabel, ählich Rovos Rail.

Bleibt zu hoffen, dass die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören und dass sich die politische Situation in Mosambik wieder entspannt. Dann werden Rohan Vos und seine Töchter Tiffany, Brenda und Bianca, die bereits seit einigen Jahren im Unternehmen dabei sind, noch viele Reisende an ihren Bahnhöfen begrüßen können.

Den kompletten Beitrag finden Sie im neuen Reisegenuss eMag III/2021. Sie können das eMagazin mit einem Klick hier bestellen.

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